Parkplatzsuche mit dem Smartphone

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Nach einem anstrengenden Arbeitstag möchte man sich einfach nur zu Hause auf die Couch setzen, die Füße hochlegen und vielleicht ein paar Runden im Online Casino spielen. Wenn man seinen Arbeitsweg mit dem Auto bestreitet, könnte es jedoch zuvor zu einer nervigen Verzögerung kommen. Denn hat man keine Garage oder einen festen Stellplatz für sein Auto, muss man sich erst einmal auf die Suche nach einem Parkplatz machen. Allerdings gibt es einige Apps, die diese Aufgabe erleichtern sollen.

Rote, gelbe und grüne Straßen

Zu viele Autos, zu wenige Parkplätze – in so gut wie jeder Stadt gibt es dieses Problem. Hat man nicht das Glück, auf Anhieb einen Stellplatz für sein Fahrzeug zu finden, bleibt einem nichts anderes übrig, als lange durch die Straßen zu fahren und nach einer Parklücke Ausschau zu halten. Addiert man diesen enormen zeitlichen Aufwand hoch, verbringen in der Stadt wohnende Autofahrer mehrere Tage pro Jahr damit, ihr Fahrzeug einzuparken. Die verlorene Zeit und das verbrauchte Benzin verursachen Mehrkosten von rund 900 Euro. Um daran etwas zu ändern, bieten verschiedene Entwickler Apps an, die die Suche nach einem Parkplatz erleichtern sollen.

Dazu zählt zum Beispiel das mobile Programm EasyPark einer gleichnamigen Firma aus Schweden. Deren Kerngeschäft ist es, ihren Nutzern das Begleichen von Parkgebühren zu erleichtern. Mit einem Update im April 2018 wurde die App um eine Funktion erweitert. Der User kann sich nun anzeigen lassen, wo es in der Umgebung seines Zielortes am wahrscheinlichsten ist, einen Parkplatz zu finden. Auf einer Karte sind die Straßen in Rot, Gelb oder Grün markiert – je nachdem, wie groß die Chance auf einen freien Parkplatz ist. Die Prognosen basieren auf Daten wie Parkort und -dauer, die das Unternehmen über Jahre gesammelt und ausgewertet hat. In Deutschland ist der Service bislang in Hamburg, Köln und Hannover nutzbar, außerdem werden einige europäische Städte wie Barcelona und Stockholm abgedeckt.

Autohersteller helfen

Auch einige Autohersteller beschäftigen sich damit, die Parkplatzsuche für ihre Kunden so kurz wie möglich zu gestalten. Einer von ihnen ist Mercedes-Benz. Das Unternehmen nutzt die Technik an Bord seiner Fahrzeuge dafür, nützliche Informationen für die Parkplatzsuche bereitzustellen. So gehört es zum Umfang des Dienstes Mercedes me, dass eine Meldung an einen zentralen Server geschickt wird, wenn ein Mercedes aus einer Parklücke fährt. Sofort werden alle Mercedes-Fahrer informiert, die gerade in der Nähe einen Parkplatz suchen. Darüber hinaus helfen die Einpark-Assistenten der Mercedes-Autos bei der Suche. Erfassen die Sensoren eine freie Lücke, wird auch diese Information an die Zentrale übermittelt. So ergibt sich eine Karte, auf der unterschiedliche Blautöne die Menge an freien Parkplätzen in einer Straße anzeigen. BMW und Audi arbeiten an ähnlichen Diensten.

Geld verdienen durch Parkplatz-Sharing

Selten ist ein Parkplatz zu jeder Tages- und Nachtzeit besetzt. Wenn man für einen Parkplatz Miete zahlt, kann man sich einen guten Nebenverdienst schaffen, indem man ihn zeitweise vermietet. Dienste wie ParkingList und Ampido machen dies möglich. Als Vermieter trägt man ins System ein, wo sich der Parkplatz befindet, wann er verfügbar ist und wie viel Geld man verlangt. So kann man den Parkplatz zum Beispiel tagsüber vermieten, wenn man in der Arbeit ist. Als Nutzer kann man die eingetragenen Informationen durchsuchen und so den passenden Parkplatz in seiner Stadt finden.

Reservieren kann man ihn per App, auch das Bezahlen funktioniert bequem über das Smartphone. Üblich sind Beträge, die geringer sind als die, die man im Parkhaus zahlen müsste. Verfügbar sind ParkingList und Ampido in den meisten Großstädten in Deutschland. Allerdings droht den beiden Start-ups bereits Konkurrenz in Form großer Unternehmen. So bietet BMW mit ParkAtMyHouse in Großbritannien einen Service an, der ein ähnliches Prinzip verfolgt, und Daimler ist in den USA mit GottaPark am Start. Es scheint nur eine Frage der Zeit, bis beide Dienste ihren Weg auch nach Deutschland finden und den kleinen Anbietern die Kunden streitig machen.