US-Präsident Trumps Kehrtwende beim Thema Glücksspiel

Trump in amtlicher Funktion auf dem Podium

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Donald Trump war bereits eine sehr bekannte Persönlichkeit, bevor er der 45. Präsident der Vereinigten Staaten wurde. Er war ein Reality-TV-Star und Immobilienmogul, ein rühriger Geschäftsmann mit breit gefächerten Interessen. Dazu zählt auch die Casinobranche, welche sich im Laufe der Jahre für ihn als eine der unbeständigsten erwies.

Zwar hat Trump alle Casinos, die er besaß, verkauft oder für bankrott erklärt, aber sein Werdegang im Glücksspiel zeigt, dass er ein gutes Verständnis der Branche besitzt. 2011 prüfte er auch, ob das Online-Glücksspiel von geschäftlichem Interesse für ihn sei. Damals sagte er dem Magazin „Forbes”, es müsse in Nordamerika Online-Glücksspiel geben, weil es „in vielen anderen Ländern bereits stattfindet und die USA wie immer zu kurz kommen”.

Schwere Versäumnisse beim Glücksspiel in Amerika

Inzwischen ist 2018 und es ist viel passiert. Trump sitzt nun im Oval Office, und die Entscheidung des Justizministeriums, dass der sogenannte Wire Act, ein Gesetz, das bestimmte Arten von Wettgeschäften verbietet, nicht für Online-Glücksspiele gilt, ist bedroht – durch Konservative und die mächtigen Betreiber physischer Casinos. Beide Gruppen drängen auf eine Wiederherstellung des Wire Act. Das sogenannte UIGEA-Gesetz gegen illegales Glücksspiel im Internet (Unlawful Internet Gambling Enforcement Act) trat 2006 in Kraft. Danach war es für die Betreiber ausländischer Glücksspielseiten schwieriger, US-amerikanische Kunden abzuschöpfen, um auf diese Weise den aufstrebenden Online-Casino-Markt zu kontrollieren.

Insgesamt hatten viele Menschen und Organisationen von Trump erwartet, dass er eingreifen und die Gesetze zum Online-Glücksspiel in den Vereinigten Staaten viel liberaler gestalten würde. Dazu zählen die American Gaming Association ebenso wie der Gouverneur von New Jersey, Chris Christie, und der Senator für New Jersey, Raymond Lesniak. Der Präsident wird mit den Worten zitiert, er werde unnötige Regierungsgesetze abschaffen und die Schaffung solcher Gesetze nicht unterstützen. Eines seiner wichtigsten Wahlkampfversprechen war es, mehr Arbeitsplätze für US-Bürger zu schaffen, getreu seiner Devise „America first”.

Da versteht es sich scheinbar von selbst, dass Trump das Online-Glücksspiel befürwortet. Schließlich könnten Internetcasinos, mobile Casinos und Sportwetten den USA etliche Arbeitsplätze und gewaltige Steuereinnahmen bescheren, sofern sie landesweit richtig reguliert werden. Angesichts der bisherigen Ausführungen des Präsidenten zum Online-Glücksspiel erscheint dies nur umso wahrscheinlicher. Aber bisher war es nicht der Fall.

Es gibt nicht nur keine Pläne für eine liberalere Gesetzgebung zum Online-Glücksspiel, sondern Justizminister Jeff Sessions hat sogar gesagt, man werde die Entscheidung bezüglich des Wire Act überdenken. Und Trumps Regierung hat sich vor Kurzem öffentlich auf die Seite der Profi-Sportligen gestellt – und damit gegen die Forderung aus New Jersey, Sportwetten in Casinos und auf Rennstrecken anzubieten.

Es hat mehrere Berufungen gegeben und die Vorstellung ist noch nicht vorbei, denn jetzt entscheidet der Oberste Gerichtshof, ob ein Bundesgesetz die Regelungen einzelner Bundesstaaten aushebeln kann. Doch es sieht nicht gut aus für die drei wichtigsten Themen, zu denen sich die Glücksspielbranche ein positives Urteil wünscht: Daily-Fantasy-Sport, Sportwetten und Online-Glücksspiel.

Trumps mittlerweile geschlossenes Casino „Taj Mahal”

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Sind Trumps landgestützte Casino-Connections zu stark?

Die offensichtliche Kehrtwende des Präsidenten und seiner Regierung beim Thema Online-Glücksspiel mag auf die diversen dubiosen Verbindungen zurückzuführen sein, die Trump zu den Bossen von Las Vegas hat. Der Branchenriese Sheldon Adelson, Eigentümer des „Venetian” und anderer Einrichtungen in der „Stadt der Sünde”, hat die Wiederherstellung des Wire Act entscheidend vorangetrieben und Trump im Wahlkampf maßgeblich unterstützt. Gut möglich, dass er das Ohr des Präsidenten hat, ebenso wie der Geschäftsmann und Milliardär Carl Icahn, der Trump aus einem desaströsen Casino-Konkurs gerettet hat und in dessen Regierung als Sonderberater für Finanzregulierung tätig gewesen ist. Stellt Trump in dieser Angelegenheit etwa seine mächtigsten Freunde über die Bürger, denen zu dienen er doch geschworen hat?